Kleider-Tipps

Vor 700 Jahren gab es noch keine Jeans… Wir wollen keine aufwändigen Kostüme und Verkleidungen, aber die Gewänder der Marktfahrer sollen zum Historischen Handwerk passen. Mit wenigen Tricks sind Sie dabei.

  • Können Sie irgendwo einen Leinensack auftreiben?
    Ritsch-ratsch, unten aufgeschnitten und fertig ist der mittelalterliche Jupe. Oder noch der Länge nach in der Mitte 2/3 eingeschnitten und mit zwei (Hand-) Nähten geschlossen: viel anders sahen die Hosen – pardon, Pantalons – der einfachen Handwerker auch nicht aus. Es sei denn, Sie trauen sich in Leggings und Stiefel... Keinen Leinensack gefunden? Ein altes Leintuch tut’s auch. Und der Schnitt braucht nicht nach Haut Couture auszusehen... Wer’s perfekt machen will: in Schwarztee baden, das dämpft das sterile Weiss.
  • Haben Sie einen möglichst alten, abgeschabten Ledergürtel oder einen einfachen Strick?
    Ansonsten verknoten oder flechten Sie ein paar simple Hanf- bzw. Paketschnüre – viel mehr hatte das einfache Volk in den vergangenen Jahrhunderten auch nicht. Ein LederSeite 3 oder Stoffbeutel am Band festgeknotet ersetzt das Handtäschchen.
  • Ein Umhang oder ein altes Hemd für „Obenrum“ - aus möglichst grobem Stoff oder einfachster Baumwolle, vielleicht aber lieber ohne Karos oder Musterdesign...
  • Falls Ihnen das alles überhaupt nicht zusagt:
    Trachten waren auch schon vor einigen hundert Jahren „in“ – je traditioneller, desto schöner! Überhaupt soll die Kleidung zwar „historisch“, muss aber nicht „mittelalterlich“ sein: vor 150 Jahren trugen Frauen lange Röcke mit Mieder, Rüschenblusen, Hüte und Schnürstiefel, die Herren Zylinder, Gamaschen und Gehrock...
  • (Re-)Präsentieren Sie ein altes Handwerk? Häufig ist das Gewand der entsprechenden Zunft noch sehr von der Tradition geprägt – sowohl für die Marktfahrerin wie für den Marktfahrer.
  • Was hatten unsere Vorfahren eigentlich an den Füssen?
    Es ist Hochsommer: offene Holzschuhe (Zocceli) bieten sich an. Gab es im Mittelalter schon Fussreflexzonen-massagen? Ganz Mutige können gut barfuss laufen...! Alle Schuhe können Sie mit Leinentüchern überwickeln und mit Paketschnur zu binden. Klar, werden diese „Schuhe“ am Abend nicht mehr für den Ausgang taugen, aber wen kümmert’s?
  • Und was auf den Kopf?
    Nicht viele Herren werden der Schweizergarde gedient haben, aber Sie finden vielleicht eine alte Baskenmütze?
  • Die edlen Frouwen können sich einfache weisse Tücher als Kopftücher unter dem Kinn oder hinten im Nacken binden: so kommen alte Windel-/Spucktücher wieder zu unverhofften Ehren! Da hat es sich doch tatsächlich gelohnt, dass man sie damals noch gekocht und gehortet hat...
  • Wie schmückte man, oder besser frau sich damals?
    Das Haar war der schönste Schmuck, sowohl einer jungen Maid als auch eines gestandenen Weibsbilds. Oh Gott, oh Gott: Zöpfe??? Jaaa! Flechtfrisuren und Blumenkränze – das ganze Repertoire!! Niemand erwartet ja, dass Sie damit einen Flirtwettbewerb gewinnen... Aber eine gelungene Verwandlung in eine fesche Marktfahrerin – das bedeutet Freude für alle Betrachter und bleibt besonders den Kindern in bewundernder Erinnerung.

Adresse für historische Kleider:

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